Die Rose galt schon immer als ein Symbol für Fruchtbarkeit und Liebe, sie war der Venus und im Mittelalter der Jungfrau Maria geweiht. Sie ist die Zierde der Erde, der Stolz des Pflanzenreichs. Achilles Tatios (200 v. Chr.) schrieb über die Rose, sie sei die „Königin der Blumen“.
Wie erkennen wir die Pflanze?
Die Blütezeit ist im Mai/Juni, die fünf Kelchblätter sind weiß bis zartrosafarben. Die hängende Frucht (Hagebutte) ist bei einer Länge von bis zu 2,5 cm eiförmig bis länglich-flaschenförmig, selten kugelförmig und sie reift rotorangenfarben ab. Sie ist mit vielen kleinen Nüsschen gefüllt, die in seidige Härchen eingebettet und mit Widerhaken ausgestattet sind. Wegen der kratzigen Haken nutzte man die Kernchen früher für Kinderstreiche, denn das „Juckpulver“ kann auf der Haut sehr lästig sein. Die Heckenrose wächst als sommergrüner, breitwüchsiger Strauch und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 3 Metern.
Wo kommt sie vor?
Hecken, Wald- und Wegränder, Feldgehölze, Ödflächen, auf warmen, meist tief gründigen Lehmböden. An Straßen und Feldrainen auch gepflanzt.
Geschichtliches:
Schon in der Antike wusste man um die Heilwirkung der Rosenfrüchte. Hippokrates empfahl Hagebutten als stärkendes und entzündungshemmendes Mittel. Sie galt im Mittelalter außerdem als Medizin zum Ausschwemmen und Entgiften. Menschen aßen Hagebuttenmus auch als Kraftnahrung bei Schwächezuständen. Die „HAGEBUTTEN“ sind bis zu 24mal reicher an Vitamin C als Zitrusfrüchte! Sie zählen zu den vitaminreichsten heimischen Früchten. Die Früchte enthalten Antioxidantien, Vitamin B1, B2 und Vitamin E, sie stärken unser Immunsystem sowie unsere Zellen und wehren freie Radikale ab. Daneben stecken sie voll wertvoller Ballaststoffe und sekundärer Pflanzenstoffe wie Galakto-Lipiden. Sie sollen vor allem für die entzündungshemmende Wirkung verantwortlich sein. Auch Mineralstoffe wie Magnesium oder die Spurenelemente Kupfer und Zink hat die Hagebutte zu bieten.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um Hagebutten zu ernten?
Hagebutten werden im Herbst von September bis Oktober am besten noch vor den ersten Frösten gesammelt. Denn dann ist der Vitamingehalt am höchsten. Außerdem soll der Vitamin-C-Gehalt der Früchte an trockenen und sonnigen Tagen höher sein als an regnerischen. „Hagebutten eignen sich gut zum Sammeln, weil es keine giftigen gibt“. Hagebutten kann man direkt vom Strauch wegnaschen. Wichtig ist, die Kerne im inneren der Früchte vorher zu entfernen. Besonders aromatisch schmecken die schon weichen Hagebutten nach den ersten Frösten. Allerdings können die Früchte durch die Fröste auch einen Teil ihrer Vitamine verlieren. Auch die Gartenrosen sind verwendbar wenn sie nicht mit Pestiziden und Dünger behandelt wurden, am heilkräftigsten sind jedoch die Wildrosen.
Hagebutten-Marmelade:
1,20 kg Hagebutten
500 g Orangensaft
700 ml Wasser
500 g Gelierzucker 2:1
1 Vanilleschote
Zubereitung: Hagebutten waschen und den kleinen braunen Stielansatz wegschneiden. Früchte mit Orangensaft und Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und etwa 45 min mit geschlossenem Deckel weichkochen. Mit Hilfe eines Kartoffelstampfers die heißen Früchte grob zerdrücken. Dann in ein grobes Sieb geben und durchpassieren. Es dürfen keine Kerne ins Hagebuttenmark gelangen. Aufgefangenes Fruchtmus abmessen und eventuell Wasser zugeben um 1 l Flüssigkeit zu erhalten. Erneut in den Topf geben und mit dem Gelierzucker aufkochen. Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herauskratzen. Mark und ausgekratzte Schote zugeben. 5 min sprudelnd aufkochen. In Gläser füllen und verschließen.
Hagebuttenpulver:
Für Hagebuttenpulver wird der Stiel und Blütenansatz entfernt, die Früchte längs halbiert, eventuell Kerne entfernt, dann schonend getrocknet (Dörrgerät oder Backrohr), und mit einem Hochleistungsmixer pulverisiert. Die Kernrückstände kann man aussieben. Dosierung: 1 EL Hagebuttenpulver deckt ungefähr den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C. Es lässt sich gut in Müsli, Joghurt, Saft oder ähnliches einrühren.
Hagebuttentee:
Um den maximalen Geschmack aus den Früchten zu locken, bedarf es eines Tricks: Er wird erst dann besonders schmackhaft, wenn man ihn abends mit kaltem Wasser ansetzt, und dann erst am anderen Morgen kurz für wenige Minuten aufkocht. Erst dann bekommt er eine intensivrote Farbe und schmeckt fruchtig-süß – ein absoluter Genuss und für uns unverzichtbar im Herbst. Wenn Hagebutten im Ganzen verarbeitet werden, sorgen die Kerne für ein feines Vanillearoma. Tee gut abfiltern, damit die Härchen zurückbleiben. Für 200 ml soll man mindestens 8 – 10 reife, frische oder getrocknete Hagebutten nehmen. Hagebuttentee kann das Immunsystem stärken und ebenso Verdauungsbeschwerden bzw. Beschwerden mit dem Magen-Darm-Trakt lindern. Hagebutten-Oxymel Oxymel oder Sauerhonig mit darin konservierten Hagebutten schmeckt fruchtig-frisch und kurbelt die Abwehrkräfte und den Stoffwechsel an.
Zutaten für eine 500ml Saftflasche:
300 ml Honig,
200 ml Apfelessig,
ca. 2 Handvoll Hagebutten,
1 Prise Steinsalz
So geht’s: Hagebutten waschen und zerkleinern bzw. mit einer Gabel zerdrücken, mit dem Honig-Essig-Gemisch übergießen und im Dunkeln 1 Monat ziehen lassen. Dann durch ein feines Sieb abseihen. Hagebutten- Oxymel ist etwa 1 Jahr haltbar. Oxymel kann pur oder in einem Glas Wasser (1 EL) genossen werden. Die Honig-Essig-Kombination wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. "Öffne dich dafür, Liebe zu geben - und Liebe zu empfangen!"